06.04.2014 - 23:40
Hallo Uli,
bei der gewählten Konstruktion des Tassenstößels kann der Ölstand in der Führungshülse nicht unter den Rand der Führungshülse fallen. Da sich aber das Ventil im Betrieb erwärmt und damit das Ventilspiel kleiner wird, drückt es den Hydrostößel etwas zusammen, wenn der Motor warm wird. Dies geschieht einfach über die Leckage im Ringspalt zwischen Führungshülse und Druckbolzen. Wenn der Motor nun abgestellt wird, kühlt sich das Ventil wieder ab und die Spielausgleichsfeder hält den Stößel im Kontakt mit dem Nocken. Das Öl im Stößelkörper und das im Druckbolzen laufen mit der Zeit durch die engen Spalte ab (Spaltmaße im Bereich von tausendstel Millimetern), nur das Öl im Druckbolzen läuft nicht ab, da es ja in einer Art Schüssel ist. Das Problem ist, dass beim V-Motor die Hydros aber geneigt sind, und so mehr Öl abfließt als bei stehenden Motoren.
Untersuchungen bei Schaeffler im Laufe der Entwicklung der Tassenstößel mit hydraulischem Spielausgleich kam heraus, dass es bei schlecht konstruierten Ölgalarien bei kaltem Öl bis zu einer Minute !!! dauern kann, bis die letzte Tasse Öl bekommt. In dieser Zeit wirken die Stößel wie normale Tassenstößel ohne automatischen Ausgleich. Um die dabei auftretenden Ruckbelastungen zu begrenzen, haben die meisten Nockenwellen weiterhin Anlauframpen.
Also, am besten zu Beginn mit relativ geringen Drehzahlen fahren, einem Serienmotor schadet dies aber nicht, er MUSS das abkönnen!
Im Übrigen kann es bei Minusgraden dazu kommen, dass die Leckage durch den Ringspalt (das Öl ist bei -15 °C dicker als Honig, auf Youtube gibt es da schöne Videos) nicht ausreicht und sich der Stößel sozusagen aufpumpt. Das Ventil schließt dann nicht mehr komplett (wenige Zehntel mm) und es gibt ein Zurückschlagen der Flammen in den Ansaugtrakt. Nach der Erwärmung des Öles auf ein paar Grad hört dies wieder auf.
Ich bin mit meiner kleinen Motorkur am 3200er heute auch weiter gekommen, ich konnte die Nockenkästen auch ohne Ausbau des Motors demontieren. Dafür habe ich die Schrauben der Getriebelagerung geöffnet und das Getriebe mit einem Wagenheber einige mm angehoben. Das hat nicht viel gebracht, ich konnte aber die unteren Schrauben auf der rechten Seite von unten her öffnen. Irgend eine Halterung für ein Rohr ist da noch mit angeschraubt und deshalb ist dort ein Stehbolzen mit Sechskant verbaut. Auf der linken Seite konnte ich alle Schrauben von oben öffnen. Wenn man bedenkt dass dafür eigentlich der Motor auszubauen ist, kommt einem das als ganz schöne Fehlkonstruktion vor.
Ich werde die Ketten, die Kettenräder und die Kettenspanner erneuern, die Nockenwellen werde ich ausbauen um besser das Ventilspiel einstellen zu können. Normalerweise muss auch die Wasserpumpe mit gewechselt werden, nun habe ich mich soweit eingelesen, dass man davon ausgeht, dass nur 20 % bis 30 % der beim ersten Zahnriemenwechsel nicht gewechselten Wasserpumpen bis zum nächsten Wechsel ausfallen -->statistische Verteilung der Lebensdauer von Wälzlagern. Am besten wäre es, nur das Lager auszuwechseln, mir steht dazu sogar eine hydraulische Presse mit Kraft- und Wegmesssystem zur Verfügung. Ich hab die Pumpe noch nicht ab, aus welchem Material besteht das Schaufelrad, hat schon mal jemand probiert das Riemen oder Schaufelrad abzupressen? Das Spiel des Lagers könnte ich auch auf dem Mikrometer genau messen, ggf. kann man danach später ein Standartlager in der gleichen Spielklasse einsetzen. Gäbe es hierzu Interesse seitens der Community? Hat das schon mal jemand probiert oder gibt es schon solche Lösungen. 800 Euro für eine Wasserpumpe die man nur prophylaktisch wechselt, erscheint mir eindeutig zu teuer.
Die restlichen Teile, Ketten, Räder, Riemen etc. würde ich momentan bei Ebersoldt in Ebay kaufen, bzw. erst vorher noch einmal dort eine Anfrage per Mail senden. Gibt es bessere Bezugsquellen? Da ich einige Shims tauschen muss, es passen ja die vom E36 M3, ist dies zu empfehlen, sind diese billiger?
Ist eigentlich noch etwas zu beachten, mein Motor hat jetzt 108000 km weg, sollte ich jetzt noch irgendetwas im Voraus austauschen?
Vielen Dank schon mal für Eure Antworten.
Grüße
Flori
bei der gewählten Konstruktion des Tassenstößels kann der Ölstand in der Führungshülse nicht unter den Rand der Führungshülse fallen. Da sich aber das Ventil im Betrieb erwärmt und damit das Ventilspiel kleiner wird, drückt es den Hydrostößel etwas zusammen, wenn der Motor warm wird. Dies geschieht einfach über die Leckage im Ringspalt zwischen Führungshülse und Druckbolzen. Wenn der Motor nun abgestellt wird, kühlt sich das Ventil wieder ab und die Spielausgleichsfeder hält den Stößel im Kontakt mit dem Nocken. Das Öl im Stößelkörper und das im Druckbolzen laufen mit der Zeit durch die engen Spalte ab (Spaltmaße im Bereich von tausendstel Millimetern), nur das Öl im Druckbolzen läuft nicht ab, da es ja in einer Art Schüssel ist. Das Problem ist, dass beim V-Motor die Hydros aber geneigt sind, und so mehr Öl abfließt als bei stehenden Motoren.
Untersuchungen bei Schaeffler im Laufe der Entwicklung der Tassenstößel mit hydraulischem Spielausgleich kam heraus, dass es bei schlecht konstruierten Ölgalarien bei kaltem Öl bis zu einer Minute !!! dauern kann, bis die letzte Tasse Öl bekommt. In dieser Zeit wirken die Stößel wie normale Tassenstößel ohne automatischen Ausgleich. Um die dabei auftretenden Ruckbelastungen zu begrenzen, haben die meisten Nockenwellen weiterhin Anlauframpen.
Also, am besten zu Beginn mit relativ geringen Drehzahlen fahren, einem Serienmotor schadet dies aber nicht, er MUSS das abkönnen!
Im Übrigen kann es bei Minusgraden dazu kommen, dass die Leckage durch den Ringspalt (das Öl ist bei -15 °C dicker als Honig, auf Youtube gibt es da schöne Videos) nicht ausreicht und sich der Stößel sozusagen aufpumpt. Das Ventil schließt dann nicht mehr komplett (wenige Zehntel mm) und es gibt ein Zurückschlagen der Flammen in den Ansaugtrakt. Nach der Erwärmung des Öles auf ein paar Grad hört dies wieder auf.
Ich bin mit meiner kleinen Motorkur am 3200er heute auch weiter gekommen, ich konnte die Nockenkästen auch ohne Ausbau des Motors demontieren. Dafür habe ich die Schrauben der Getriebelagerung geöffnet und das Getriebe mit einem Wagenheber einige mm angehoben. Das hat nicht viel gebracht, ich konnte aber die unteren Schrauben auf der rechten Seite von unten her öffnen. Irgend eine Halterung für ein Rohr ist da noch mit angeschraubt und deshalb ist dort ein Stehbolzen mit Sechskant verbaut. Auf der linken Seite konnte ich alle Schrauben von oben öffnen. Wenn man bedenkt dass dafür eigentlich der Motor auszubauen ist, kommt einem das als ganz schöne Fehlkonstruktion vor.
Ich werde die Ketten, die Kettenräder und die Kettenspanner erneuern, die Nockenwellen werde ich ausbauen um besser das Ventilspiel einstellen zu können. Normalerweise muss auch die Wasserpumpe mit gewechselt werden, nun habe ich mich soweit eingelesen, dass man davon ausgeht, dass nur 20 % bis 30 % der beim ersten Zahnriemenwechsel nicht gewechselten Wasserpumpen bis zum nächsten Wechsel ausfallen -->statistische Verteilung der Lebensdauer von Wälzlagern. Am besten wäre es, nur das Lager auszuwechseln, mir steht dazu sogar eine hydraulische Presse mit Kraft- und Wegmesssystem zur Verfügung. Ich hab die Pumpe noch nicht ab, aus welchem Material besteht das Schaufelrad, hat schon mal jemand probiert das Riemen oder Schaufelrad abzupressen? Das Spiel des Lagers könnte ich auch auf dem Mikrometer genau messen, ggf. kann man danach später ein Standartlager in der gleichen Spielklasse einsetzen. Gäbe es hierzu Interesse seitens der Community? Hat das schon mal jemand probiert oder gibt es schon solche Lösungen. 800 Euro für eine Wasserpumpe die man nur prophylaktisch wechselt, erscheint mir eindeutig zu teuer.
Die restlichen Teile, Ketten, Räder, Riemen etc. würde ich momentan bei Ebersoldt in Ebay kaufen, bzw. erst vorher noch einmal dort eine Anfrage per Mail senden. Gibt es bessere Bezugsquellen? Da ich einige Shims tauschen muss, es passen ja die vom E36 M3, ist dies zu empfehlen, sind diese billiger?
Ist eigentlich noch etwas zu beachten, mein Motor hat jetzt 108000 km weg, sollte ich jetzt noch irgendetwas im Voraus austauschen?
Vielen Dank schon mal für Eure Antworten.
Grüße
Flori

