28.11.2012 - 14:52
integrale schrieb:... Das nur mit nach aussen hin Lamentieren abzutun, trifft den Kern der Sache nicht wirklich, so zumindest meine unbedeutende Meinung.
... glaube nicht, dass dies Amadeus' Intention war. Die Ausgangsfragestellung war doch, ob es Italien tatsächlich so schlecht geht, wie sie an den Finanzmärkten beurteilt werden - "Alfa geht an VW" quasi als Synonym für eine dahin siechende Volkswirtschaft. Und so einfach ist es nicht, wobei mit dieser Aussage keinesfalls Armutsverhältnisse geleugnet werden sollen.
Die veröffentlichte Meinung ist schlechter als die Realität, dies trifft es vielleicht. Grund dafür ist sicherlich, dass die Italiener dem Staat gegenüber ein tradiertes Misstrauen hegen und natürlich auch oft genug vorgeführt bekommen haben, wie überfordert und anmaßend dieser in der Vergangenheit agiert hat.
Man ist eben oft der Meinung, dass man es im persönlichen Mikrokosmos einer Gemeinde besser regeln kann, was zentralisiert in Rom nur schief gehen kann. Deswegen ist eine realistische Bewertung der italienischen Volkswirtschaft m.E. auch kaum möglich, weil viele Waren und Dienstleistungen im Bruttoinlandsprodukt nicht erfasst werden.
Bei den Vermögensverhältnissen fällt auf, dass v.a. junge Menschen sehr schlecht bezahlt werden. Es gab da vor Jahren die 1000-Euro-Initiative von zwei Italienern, die großen Zulauf hatte. Man beklagte sich, dass Italien in der Hand der Großeltern-Generation sei und diese alles dafür tun würde, den Älteren zu Lasten der jüngeren Generation Privilegien zu sichern.
Grüße
Don Jupp

