Abwarten - Ein Anriff auf Alfa Romeo gleicht in Italien einem Angriff auf Jesus Christus. Als Alfa zu Fiat ging, herrschte in den ital. Medien der Ausnahmezustand, sämtliche autofanatische Familienväter prophezeihten den Weltuntergang. Der Durchschnittsitaliener hat ein Vielfaches an Erspartem als Unsereiner auf der Kante und vor allem sind die italienischen Privathaushalte Schuldenfrei. Die haben vor wenigen Monaten selbst für 18 Milliarden sogenannte Kleinanleger-Patrioten-Bonds gekauft, selbst die eigenen Banken halten 316 Mrd.
Ich habe mich bei meinen Besuchen im Süden eh und je gefragt, woher die sogenannte Mittelschicht das Zaster hat, sich Villen anzulegen. Jeder noch so kleine Etagenbunker hat dort einen Wert von 250t€ aufwärts und das sind vor allem jene, die immer heulen, sie müssten ihre Familie mit unter 2000€ im Monat durchbringen. Hier reden wir von einer der "wirtschaftlich" ärmsten Regionen Italiens, aber so ziemlich jede Familie besitzt entweder ein Cafe, eine Tratoria, einen ausgebuchten Campingplatz oder arbeitet für irgendeinen Konzern. Wer in Italien nicht mindestens 7 Stunden arbeitet oder in irgendeiner Weise Subventionen vom Staat erhält gilt als arbeitssuchend und somit in der Statistik als Arbeitslos! Kann es sein, dass einfach nur unmängen Steuern gespart wurden?
So symphatisch mir dieses Völkchen auch ist, ich habe immer das Gefühl, dass mir ein riesen Bären aufgebunden wird, wenn sie bei Espresso und Trüffelsalami vom Elend erzählen. Das ist da wohl Mentalität. Die haben die letzten Jahre in Saus und Braus gelebt, jetzt, wo einige Abgaben anstehen, wird auf Wehmut umgestellt und man ist halbverhungert. Ich habe arbeitslose Jugendliche gesehen, die vor lauter Jobs keine Zeit haben, sich arbeit in Festeinstellung zu suchen, aber jeder kassiert Mietzuschüsse. Nundenn, das ist die Quintessenz einer grenzensolen Freiheit. Ich fahre seit meiner Kindheit nach Italien in den Urlaub, habe dort einen großen Freundeskreis und ich kann versichern; die Armut die ich bei uns sehe, habe ich dort noch in keinster Weise erlebt. Kredite? Die bekommen in Italien nur Leute, die eigentlich keine brauchen. Mag sein, dass es in einigen Ecken Kalabriens anders ist und tatsächlich ganze Ortschaften vom Staat leben, aber in großen Teilen unseres Ostens mag ich dann überhaupt nicht hinsehen.
Ich glaube, wenn dort jeder etwas mehr und freiwillig abgiebt, lösen sich die Schulden von selbst auf. Dieses Land hat Kunstschätze und eine Architektur, welche mit allem Geld der Welt nicht zu kaufen wäre. Die wirklich armen (im relativem Sinne) Italiener sind meiner Meinung nach die, welche einst in den 70ern ausgewandert sind weil sie glaubten, bei uns oder in Frankreich wächst das Geld nur so auf Bäumen.
Es gibt unzählige Beispiele im Norden des Landes, wo renomierte Unternehmen vor ausländischen Investoren geschützt wurden, in dem die Gemeinden (genauer gesagt die Einwohner) diese selbst aufgekauft haben. Bevor Alfa vor die Hunde (VW) geht, fressen dessen Mitarbeiter Piech persönlich auf. Vielleicht irre ich mich in diesem Falle, aber dann stünde mein Weltbild sprichwörtlich auf dem Kopf.
Ich habe neulich in der Capital einen Bericht über Agnelli und seine engeren Freunde vom Club of Rome gelesen. Geschätztes Gesamtvermögen "dreistellige Milliardensummen". Die haben das neue Stadion in Turin praktisch aus der Portokasse gesponsert (der Fußballverein Juvenus ist ein Hobby der Familie) und jetzt sollen die Peanutsschulden bei Fiat die große Gefahr bedeuten... In Italien bittet man immer erst den Staat zu hilfe, bevor man in die Spardose greift, zugegebener Maßen ein krasser Widerspruch zum dort bestehenden Patriotismus. Das hat bei uns niemand begriffen, denn wir haben Vater Staat, der sich automatisch bei uns bedient und uns vorschreibt, wie wir zu leben und was wir zu tun und zu lassen haben. Die Hand aufhalten darf man erst, wenn man praktisch am Boden ist, sich reumütig bei irgendeiner Arbeitsagentur meldet und seine Armut nachweist. Ich war in meinem Leben stolze 2 Monate nach meinem Studium arbeitslos und ich habe mich derart in Grund und Boden schämen müssen, dass ich meine Kinder lieber mit selbstgesammelten Futter ernähren würde, als jemals wieder dorthin zu gehen.
Bei uns ist jedes vierte Unternehmen über drei Ecken in ausländischer Hand. Alfa bedeutet den Italienern genau so viel wie Michelangelos David oder von mir aus der Markusplatz in Venedig. Das Unternehmen ist privat, die Geschichte sozusagen Staatseigentum. Der Staat (in Italien ist er "tatsächlich" das Volk) hält die Hand darauf. Etwas was vor allem wir von den Italienern zu Krisenzeiten lernen können:
Es gibt Dinge, die man mit Geld nicht kaufen kann! Dieses Lebensmotto macht mich sowas von neidisch!
Ich habe mich bei meinen Besuchen im Süden eh und je gefragt, woher die sogenannte Mittelschicht das Zaster hat, sich Villen anzulegen. Jeder noch so kleine Etagenbunker hat dort einen Wert von 250t€ aufwärts und das sind vor allem jene, die immer heulen, sie müssten ihre Familie mit unter 2000€ im Monat durchbringen. Hier reden wir von einer der "wirtschaftlich" ärmsten Regionen Italiens, aber so ziemlich jede Familie besitzt entweder ein Cafe, eine Tratoria, einen ausgebuchten Campingplatz oder arbeitet für irgendeinen Konzern. Wer in Italien nicht mindestens 7 Stunden arbeitet oder in irgendeiner Weise Subventionen vom Staat erhält gilt als arbeitssuchend und somit in der Statistik als Arbeitslos! Kann es sein, dass einfach nur unmängen Steuern gespart wurden?
So symphatisch mir dieses Völkchen auch ist, ich habe immer das Gefühl, dass mir ein riesen Bären aufgebunden wird, wenn sie bei Espresso und Trüffelsalami vom Elend erzählen. Das ist da wohl Mentalität. Die haben die letzten Jahre in Saus und Braus gelebt, jetzt, wo einige Abgaben anstehen, wird auf Wehmut umgestellt und man ist halbverhungert. Ich habe arbeitslose Jugendliche gesehen, die vor lauter Jobs keine Zeit haben, sich arbeit in Festeinstellung zu suchen, aber jeder kassiert Mietzuschüsse. Nundenn, das ist die Quintessenz einer grenzensolen Freiheit. Ich fahre seit meiner Kindheit nach Italien in den Urlaub, habe dort einen großen Freundeskreis und ich kann versichern; die Armut die ich bei uns sehe, habe ich dort noch in keinster Weise erlebt. Kredite? Die bekommen in Italien nur Leute, die eigentlich keine brauchen. Mag sein, dass es in einigen Ecken Kalabriens anders ist und tatsächlich ganze Ortschaften vom Staat leben, aber in großen Teilen unseres Ostens mag ich dann überhaupt nicht hinsehen.
Ich glaube, wenn dort jeder etwas mehr und freiwillig abgiebt, lösen sich die Schulden von selbst auf. Dieses Land hat Kunstschätze und eine Architektur, welche mit allem Geld der Welt nicht zu kaufen wäre. Die wirklich armen (im relativem Sinne) Italiener sind meiner Meinung nach die, welche einst in den 70ern ausgewandert sind weil sie glaubten, bei uns oder in Frankreich wächst das Geld nur so auf Bäumen.
Es gibt unzählige Beispiele im Norden des Landes, wo renomierte Unternehmen vor ausländischen Investoren geschützt wurden, in dem die Gemeinden (genauer gesagt die Einwohner) diese selbst aufgekauft haben. Bevor Alfa vor die Hunde (VW) geht, fressen dessen Mitarbeiter Piech persönlich auf. Vielleicht irre ich mich in diesem Falle, aber dann stünde mein Weltbild sprichwörtlich auf dem Kopf.
Ich habe neulich in der Capital einen Bericht über Agnelli und seine engeren Freunde vom Club of Rome gelesen. Geschätztes Gesamtvermögen "dreistellige Milliardensummen". Die haben das neue Stadion in Turin praktisch aus der Portokasse gesponsert (der Fußballverein Juvenus ist ein Hobby der Familie) und jetzt sollen die Peanutsschulden bei Fiat die große Gefahr bedeuten... In Italien bittet man immer erst den Staat zu hilfe, bevor man in die Spardose greift, zugegebener Maßen ein krasser Widerspruch zum dort bestehenden Patriotismus. Das hat bei uns niemand begriffen, denn wir haben Vater Staat, der sich automatisch bei uns bedient und uns vorschreibt, wie wir zu leben und was wir zu tun und zu lassen haben. Die Hand aufhalten darf man erst, wenn man praktisch am Boden ist, sich reumütig bei irgendeiner Arbeitsagentur meldet und seine Armut nachweist. Ich war in meinem Leben stolze 2 Monate nach meinem Studium arbeitslos und ich habe mich derart in Grund und Boden schämen müssen, dass ich meine Kinder lieber mit selbstgesammelten Futter ernähren würde, als jemals wieder dorthin zu gehen.
Bei uns ist jedes vierte Unternehmen über drei Ecken in ausländischer Hand. Alfa bedeutet den Italienern genau so viel wie Michelangelos David oder von mir aus der Markusplatz in Venedig. Das Unternehmen ist privat, die Geschichte sozusagen Staatseigentum. Der Staat (in Italien ist er "tatsächlich" das Volk) hält die Hand darauf. Etwas was vor allem wir von den Italienern zu Krisenzeiten lernen können:
Es gibt Dinge, die man mit Geld nicht kaufen kann! Dieses Lebensmotto macht mich sowas von neidisch!

